Verkehrsunfall

Die Gefahr in einen Verkehrsunfall im Straßenverkehr verwickelt zu werden ist hoch. Selbst wenn Ihnen kein Verschuldensvorwurf gemacht werden kann, weil Sie sich einwandfrei verhalten haben, können Sie durch die Unachtsamkeit anderer Verkehrsteilnehmer in einem Unfall verwickelt werden.

In einem solchen Fall ist es gut zu wissen, welche Ansprüche Ihnen zustehen.

Im deutschen Schadensersatzrecht gilt der Grundsatz, dass der Geschädigte so zu stellen ist, wie er stünde, wenn der Verkehrsunfall sich nicht ereignet hätte.

Wichtig sind insbesondere die nachfolgenden Schadensposten:

1. Sachverständigenkosten: Wurde der Verkehrsunfall ausschließlich durch die Gegenseite verursacht und verschuldet, können Sie einen Sachverständigen Ihrer Wahl mit der Begutachtung Ihres Fahrzeuges beauftragen. Eine Begutachtung durch einen Sachverständigen ist in der Praxis zumeist unverzichtbar, da erst durch die Begutachtung festgestellt werden kann wie hoch der Schaden an dem Fahrzeug ist bzw. wie hoch die Reparatur- bzw. Wiederbeschaffungskosten sein werden. Jedoch empfehlen wir vor der Beauftragung eines Sachverständigen Rücksprache mit einem Anwalt Ihres Vertrauens zu halten.

2. Reparaturkosten: Von der Gegenseite können die vom Sachverständigen geschätzten Reparaturkosten bzw. die tatsächlich angefallenen Reparaturkosten ersetzt verlangt werden. Zu beachten ist, dass eine Erstattung der MwSt. nur dann erfolgt, wenn der Anfall nachgewiesen werden kann.

3. Wiederbeschaffungswert (abzüglich Restwert): Liegt ein sog. Totalschaden bzw. wirtschaftlicher Totalschaden vor, so kann der Geschädigte von der Gegenseite den Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwertes verlangen.

4. Nutzungsausfallentschädigung: Für die Zeit, in der der Geschädigte sein Fahrzeug infolge des Verkehrsunfalls nicht nutzen kann, hat er einen Anspruch auf Gewährung einer Nutzungsentschädigung. Im Reparaturfall erfolgt die Erstattung für die Zeit der (geschätzten) Reparaturdauer. Im Totalschadensfall ist die sog. Wiederbeschaffungsdauer maßgeblich. Alternativ dazu kann ein Mietwagen in Anspruch genommen werden. Die angemessenen Kosten sind hier ebenfalls zu erstatten.

Auf Grund unserer langjährigen Praxis müssen ist jedoch ein immer wieder wichtig gerade bei Unfällen wichtig: Unverzüglich nach dem Verkehrsunfall sollten Sie einen im Verkehrsrecht tätigen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen beauftragen. Vielfach versuchen die Geschädigten die Regulierung des Verkehrsunfalls durch Kontaktaufnahme mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung in die eigene Hand zu nehmen. Dies ist nicht empfehlenswert, denn dabei werden aus Unkenntnis immer wieder einzelne Schadensersatzpositionen vergessen oder von der gegnerischen Haftpflichtversicherung mit einer rechtlich unhaltbaren Argumentation abgelehnt.
Und nun noch ein paar Tipps die Sie bei einem Unfall immer berücksichtigten sollten:

  • Verlassen Sie sich nicht darauf, dass die Polizei den Unfall schon ordentlich dokumentieren wird, im Zweifel halten die Polizisten nur die Personalien fest und sind dann schnell wieder weg.
  • Mögliche Zeugen feststellen und direkt sagen, ob Sie etwas zum Unfallhergang sagen können
  • Möglichst umfangreiches Fotografieren des Unfallortes – Moto: Zu viel Fotos kann es nicht geben!
  • Möglichst umfangreiches Fotografieren der finalen Endposition der Fahrzeuge – natürlich noch vor Räumung der Unfallstelle, damit der Verkehr wieder fließen kann.
  • Datenaufnahme des Unfallgegners (Personalien, Führerschein, Amtliches Kennzeichen)
  • Geben Sie keine spontanen Schuldbekenntnisse ab!